Rezension – Dinah Jefferies – Die Tochter des Seidenhändlers

*Werbung* – aber selber gekauft

Bei “Die Tochter des Seidenhändlers” handelt es sich um mein erstes Buch von Dinah Jeffries das ich gelesen habe. Das Cover hat mich neugierig gemacht…

Die Autorin nimmt uns mit auf die Reise ins Vietnam Anfang der 50er Jahre. Der 2. Weltkrieg ist seit ein paar Jahren vorbei, aber Vietnam ist immer noch unter französischer Kolonialherrschaft. Die Zeiten in Vietnam sind unruhig und der Widerstand der vietnamesischen Bevölkerung wächst.

Nicole ist die Tochter eines französischen Seidenhändlers. Ihre Mutter, bei Nicoles Geburt gestorben, war Vietnamesin. Nicole hat das asiatische Aussehen ihrer Mutter geerbt, ihre ältere Schwester Sylvie sieht dagegen wie eine echte Französin aus.

Sie fühlt sich von ihrer Familie nicht geliebt und von der Schwester verdrängt. Nicole bekommt die Chance sich zu beweisen, ihr Vater überlässt ihr einen alten Stoffladen. Durch ihren Seidenladen hat sie immer mehr Kontakt zur vietnamesischen Bevölkerung.

„Sie wagte kaum, ihre Gefühle zu beleuchten, nachdem sie als métisse bezeichnet worden war, und rang ein plötzliches Schamgefühl nieder. Das war der abwertende Name für Kinder gemischter Abstammung.„ Zitat Seite 26.

Nicole hat es schwer in dieser Zeit, sie fühlt sich als Vietnamesin und als Französin, sie ist hin und her gerissen und weiß teilweise nicht zu welcher Seite sie gehört.

Der Konflikt zwischen den Schwestern spitzt sich zu. Umso mehr, als der smarte Amerikaner Mark plötzlich zwischen den Schwestern steht. Nicole verliebt sich in ihn, er scheint auch Gefühle für sie zu haben – aber da ist auch noch ihre Schwester Sylvie.

Im vietnamesischen Viertel lernt sie Tran kennen, aber Nicole ist naiv und sehr leicht zu beeinflussen, wodurch sie leicht in gefährliche Situationen gerät.

Im Großen und Ganzen ist dies ein guter Unterhaltungsroman.

Der Stil ist leicht und lässt sich sehr gut lesen.

Die Geschichte der jungen Nicole ist ergreifend, romantisch und ich konnte mit ihr mitfiebern.

Manche Charaktere, wie der Vater, O-Lan oder die Hausangestellte Lisa, tauchen nur oberflächlich auf und geben ein unzureichendes Bild ab.

In den beiden Männer, Mark und Tran, konnte ich so gar nicht durchblicken.

Mit Sylvie habe ich mich schwer getan, da diese von Anfang gegenüber Nicole nicht ehrlich war.

Der Autorin ist richtig gut gelungen die Zerrissenheit der „Métisse“ zu beschreiben. Auch  der Konflikt zwischen Einheimischen und Besatzern wird objektiv dargestellt, es gibt keine Gewinner und auch keine Verlierer.

Am Ende des Romans gibt es einen interessanten Anhang, wo die historischen Ereignisse kurz erläutert werden.

Fazit: Das Buch ist empfehlenswert und mir hat es trotz kleiner Mängel recht gut gefallen, daher vergebe ich 4 von 5 Sterne.