Rezension – Beatrix Mannel – Fräulein Kiss träumt von der Freiheit

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München – 1956.
Der Kalte Krieg herrscht, der Einfluss der Alliierten in Deutschland ist noch groß, obwohl die Bundesrepublik Deutschland Mai 1955 souverän wurde.

Elisabeth Kiss, eine Halbungarin, macht sich Sorgen um Ihre in Ungarn lebende Schwester Zsuzsa und um Ihre Mutter. Die Schwester ist immer stärkeren Repressalien durch die Staatsicherheit ÁVH ausgesetzt. Elisabeth (Liz) versucht ihre Familie nach Deutschland zu holen, was allerdings nicht so einfach ist. Deshalb geht sie einen Deal mit der CIA ein und wird als Assistentin in der ungarischen Abteilung in den Radiosender Radio Free Europe eingeschleust. Dort soll sie als Agentin den Maulwurf finden, der bei dem Sender geheime Informationen an den KGB oder andere Ostblock Geheimdienste verrät. Ihre Schwester Zsuzsa und Ihre Mutter würden dann die Ausreisepapiere bekommen.

Liz verliebt sich in ihren Chef Béla, sie ist allerdings zwiegespalten. Liz spürt, dass Béla sie dazu bringen will, der CIA falsche Informationen zukommen zu lassen. Auf der anderen Seite versucht Béla wiederum Licht in den Tod seines Freundes István zu bringen. Er glaubt, dass Liz Informationen für ihn haben könnte…

” Dein kupfernes Geheimnis
befreit mir seinem grünen Feuer
mich von dem Eisernen, was war.
Erfüllt von Liebe schwebt mein Herz
zu dir und staunt.“ – Zitat Seite 408

Zu diesem fiktiven Roman wurde Beatrix Mannel durch Bilder und die wahre Geschichte ihrer Schwiegereltern, die sich bei “Radio Free Europe” kennen und lieben gelernt haben, inspiriert.

Der Leser erfährt mehr über die Hintergründe im Jahr 1956, über den Ungarnaufstand und den Kalten Krieg. Beatrix Mannel verwebt dieses historische Geschehen sehr gekonnt mit dem Schicksal ihrer Figuren. Der Leser bekommt einen Einblick in die Welt der Agenten, ihre Motive und die Methoden der Anwerbung.

Der Schreibstil ist bildhaft, sie haucht ihren Charakteren leben ein.

Die Autorin hat einen spannenden Roman mit einer sympathischen Hauptfigur und genauso gut ausgearbeiteten Nebenfiguren geschrieben, ihr ist es besonders gelungen, die Konkurrenz der Charaktere herauszuarbeiten.

Liz ist sehr authentisch dargestellt, ich konnte ihre Zweifel und Ängste spüren. Die Arbeit im Radiosender ist nicht ungefährlich, sie muss sich als Agentin behaupten, damit ihre Familie aus Ungarn nach Deutschland gebracht wird.

Béla ist ebenso authentisch dargestellt, ein Poet und ein Freiheitskämpfer, allerdings nicht immer zu durchschauen.

Die Nebenfiguren sind ausgereift. Sie bespitzeln sich gegenseitig und es ist nicht leicht zu durchschauen welche Absichten sie immer hegen … da denke ich an Rosi, Mira oder Viktor.

„Fräulein Kiss träumt von der Freiheit“ ist wunderbar inszeniert und erzählt. Für Spannung wurde von der ersten Seite an gesorgt, ich habe das Buch verschlungen!

Das Buch habe ich mir übrigens aus unserer Gemeindebücherei ausgeliehen. Klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

Literatur – Neuzugänge 07/2019 Teil II

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Hallo liebe Blogleser,

heute möchte ich euch den zweiten Teil meiner Bücher-Neuzugänge im Juli zeigen:

Das Buch habe ich mir vorbestellt, weil ich den Schreibstil von Ella Zeiss total mag

Der Roman hat mich positiv überrascht!

Eine wunderbare Geschichte, die mich gefesselt hat!

Aus unsere Gemeindebücherei ausgeliehen und verschlungen

Gelesen und bereits hier rezensiert.

Auch schon bereits rezensiert, hier nachzulesen.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und an cbj audio für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares!

Kinderbücher werden hier viel gekauft, obwohl wir auch immer wieder welche aus unsere Gemeindebücherei ausleihen…

So, nun warte ich auf die August Neuheiten … habe schon eine Liste erstellt 😉

Wünsche Euch einen schönen Abend, seid lieb gegrüßt

Daniela

Neuzugänge 06/2019 und Lesung mit Heidi Rehn

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Die Stadtbücherei Hauzenberg lud gestern zu einer Lesung mit der Bestsellerautorin Heidi Rehn ein.

Der Innenhof des Hauzenberger Rathauses verwandelte sich zum siebten Mal zur Freiluft-Bühne für die Veranstaltung “Lesen im Hof” der Stadtbücherei. Die Lesung wurde musikalisch von Korbinian und Kilian Sicklinger umrahmt.

Obwohl ich von Heidi Rehn bislang noch nichts gelesen hatte (und wir von ihr auch kein Buch in unsere Bücherei hatten), weckte “ Das Lichtspielhaus – Zeit der Entscheidung” mein Interesse.

Leider konnte mich niemand aus meinem Büchereiteam nach Hauzenberg begleiten, so dass ich die Lesung alleine besuchte. Es ist immer wieder schön, bekannte und neue Gesichter zu sehen, aber auch ideal um sich mit Gleichgesinnte über Bücher und die Welt auszutauschen.

Trotz sommerlicher Höchsttemperaturen, sorgten ein schattiger Innenhof und manchmal ein frisches Lüftchen für die optimale Stimmung. Zudem lag auf jedem Stuhl einen Fächer für die Zuhörer bereit… was ich toll fand!

Heidi Rehn hatte ihren aktuellen Roman » Das Lichtspielhaus – Zeit der Entscheidung « für uns im Gepäck.

Die Autorin hat eine sehr schöne Lesestimme, beim Lesen schlüpft sie regelrecht in die Figuren ihrer Protagonisten, sie versteht es die Zuhörer mit ihren Erzählungen zu fesseln.

So begaben wir uns auf eine literarische Reise in das München der 1920 Jahre.

Zudem gab die Autorin einen detaillierten Einblick über die Münchener Lichtspielhäuser und Kinogeschichten, was ich sehr informativ und spannend fand.

Die liebe Heidi Rehn nahm sich für alle viel Zeit, um die gekauften Bücher zu signieren, wobei es auch zu schönen Gesprächen kam.

Leider war der Abend viel zu schnell vorüber gewesen… aber die Lesung war ein echtes Highlight! Es war mir eine Freude, die sympathische Heidi Rehn persönlich kennenzulernen!

Vielleicht klappt es Mal und ich kann Heidi Rehn auf ihren Streifzug durch München begleiten …

Diese Bücher habe ich mir bei der Lesung gekauft:

Rezensionen folgen 😉

Bei mir sind noch mehr Bücher eingezogen:

Danke an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Ein Geburtstagsgeschenk von einer Büchereikollegin. Danke, liebe Marion!

Dieses Buch habe ich mir in Emden gekauft, in der Pfingsferien war ich an der Nordsee und habe dat Otto-Huus besucht … und den Otto-Leuchtturm, eigentlich den Pilsumer Leuchtturm 😉

Einige Bücher habe ich mir noch vorbestellt… Bücher und Taschen kann ich nie genug haben!

Danke fürs Vorbeischauen, sende Euch sonnige Grüße

Daniela

Rezension – Silke Schütze – Wir nannten es Freiheit

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Wie schon erwähnt habe ich mir den Roman „Wir nannten es Freiheit“ von Silke Schütze gekauft.

Gemeinsam mit der lieben Dörte von booksandfamily, der lieben Martina von Martinas Buchwelten und Anke vom Svanvithes Blog haben wir diesen Roman in einer Leserunde gelesen.

Lene Lehmann aus Berlin-Schöneberg darf im Jahre 1916 als Vertretungslehrerin an einer Mädchenschule unterrichten. Ihre liebevolle Mutter arbeitet hart als Putzfrau bei einer gutbetuchten Adelsfamilie. Frau von dem Hofe, Lenes Gönnerin, ermöglicht ihr ein Gymnasium zu besuchen und sich als Lehrerin ausbilden zu lassen.

Im ersten Weltkrieg sind viele Lehrer in den Krieg eingezogen worden, daher werden Lehrerinnen gebraucht.

Lenes Traum als Lehrerin zu arbeiten geht in Erfüllung und ihr Glück scheint beinahe vollkommen als sie sich mit Paul Kruse verlobt. Gleichzeitig bekommt Paul Kruse seine Einberufung für den Frontdienst. Bei seiner Rückkehr wollen die beiden heiraten. In Frankreich wird Paul äußerlich versehrt, er kehrt wieder heim. Durch den Kriegseinsatz hat er sich verändert, aber Lene hält aus Liebe an ihm fest.

Der geltende Lehrerinnen-Zölibat, der verheirateten Frauen eine Tätigkeit als Lehrerin verbietet, bereitet Lene Kummer. Lene liebt ihre Arbeit, möchte unbedingt weiter unterrichten aber auch Paul heiraten. Lene und ihre Kolleginnen tun sich zusammen und kämpfen für Gleichberechtigung, Aufhebung des Lehrerinnenzölibats sowie das Frauenwahlrecht.

Die Autorin zeigt mit ihrem sehr eingängigen Schreibstil die Probleme der Zeit. In den Kriegsjahren, gibt es wenig zu kaufen und der Schwarzmarkt blüht. Ihr Freund aus Kindertagen, Ferdinand von dem Hofe, eröffnet Lene eine völlig andere Welt…

Silke Schütze hat sich ihrem ersten historischen Roman vor allem dem Thema des Lehrerinnenzölibats gewidmet. Die Autorin gibt dem Leser das Gefühl, während der Lektüre alles hautnah mitzuerleben, die Trauer über den Verlust geliebter Menschen oder der nagende Hunger.

Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet, sie wirken lebendig, was ein Mitfühlen leicht macht. Der Schulleiter Frambosius ist selbstgefällig und war mir als einziger total unsympathisch, obwohl ich auch bei Paul ambivalente Gefühle hatte.

Die Lebensumstände haben mich teilweise gefesselt und das Nachwort fand ich sehr interessant.

Fazit: Einige Wendungen waren etwas vorhersehbar, manche Dinge haben mich irritiert und ein Handlungsstrang wurde nicht beantwortet. Es war aber ein schönes Leseerlebnis, das ich gerne weiterempfehle.

Daniela