Rezension – Luca Di Fulvio – Als das Leben unsere Träume fand

* Werbung, aber selber gekauft *

1913 haben sich drei jungen Menschen auf dem Weg nach Buenos Aires gemacht, um hier ein besseres Leben zu finden.

Rosetta flieht aus ihrem Dorf in Sizilien vor einem psychopatischen und skrupellosen Baron. Rocco weigert sich in Palermo für die Mafia zu arbeiten. Raquel kommt aus Russland und hofft in Argentinien in reichen Haushalten eine Anstellung zu bekommen.

„… das ist die neue Welt. Eine Welt die die Knoten mit der Vergangenheit löst. Ob sich dann andere bilden werden, wissen wir nicht. „ – Zitat Seite 759.

Luca Di Fulvio hat hier eine spannende Handlung entworfen, die mich auch nach dem Lesen nachdenklich zurückgelassen hat. Der Autor zeigt anhand der Hauptcharaktere, wie Missbrauch von Macht, Prostitution und Brutalität sich auf die Menschen und ihre Träume auswirkt. Diese Thematiken beeinflussen auch die Sprache.

Luca Di Fulvios Schreibstil ist flüssig, bildhaft und sehr spannend. Die Charaktere sind stark und authentisch, am sympathischsten fand ich allerdings Rocco.

Das Thema der Emigration nach Argentinien im 19. und 20. Jahrhundert fand ich interessant, ebenso die Informationen über die Sociedad Israelita de Socorros Mutuos Varsovia, seit 1929 bekannt als Zwi Migdal.

Da ich vorher ‘Der Junge, der Träume schenkte’ gelesen habe, fielen mir einige Parallelen auf. Dennoch ist ,,Als das Leben unsere Träume fand” eine schöne, spannende aber bedrückende Geschichte, die zum Glück gut ausgeht.

Ich empfehle es gerne weiter und vergebe 4 Sterne.

 

Rezension – Silke Schütze – Wir nannten es Freiheit

* Werbung, aber selber gekauft *

Wie schon erwähnt habe ich mir den Roman „Wir nannten es Freiheit“ von Silke Schütze gekauft.

Gemeinsam mit der lieben Dörte von booksandfamily, der lieben Martina von Martinas Buchwelten und Anke vom Svanvithes Blog haben wir diesen Roman in einer Leserunde gelesen.

Lene Lehmann aus Berlin-Schöneberg darf im Jahre 1916 als Vertretungslehrerin an einer Mädchenschule unterrichten. Ihre liebevolle Mutter arbeitet hart als Putzfrau bei einer gutbetuchten Adelsfamilie. Frau von dem Hofe, Lenes Gönnerin, ermöglicht ihr ein Gymnasium zu besuchen und sich als Lehrerin ausbilden zu lassen.

Im ersten Weltkrieg sind viele Lehrer in den Krieg eingezogen worden, daher werden Lehrerinnen gebraucht.

Lenes Traum als Lehrerin zu arbeiten geht in Erfüllung und ihr Glück scheint beinahe vollkommen als sie sich mit Paul Kruse verlobt. Gleichzeitig bekommt Paul Kruse seine Einberufung für den Frontdienst. Bei seiner Rückkehr wollen die beiden heiraten. In Frankreich wird Paul äußerlich versehrt, er kehrt wieder heim. Durch den Kriegseinsatz hat er sich verändert, aber Lene hält aus Liebe an ihm fest.

Der geltende Lehrerinnen-Zölibat, der verheirateten Frauen eine Tätigkeit als Lehrerin verbietet, bereitet Lene Kummer. Lene liebt ihre Arbeit, möchte unbedingt weiter unterrichten aber auch Paul heiraten. Lene und ihre Kolleginnen tun sich zusammen und kämpfen für Gleichberechtigung, Aufhebung des Lehrerinnenzölibats sowie das Frauenwahlrecht.

Die Autorin zeigt mit ihrem sehr eingängigen Schreibstil die Probleme der Zeit. In den Kriegsjahren, gibt es wenig zu kaufen und der Schwarzmarkt blüht. Ihr Freund aus Kindertagen, Ferdinand von dem Hofe, eröffnet Lene eine völlig andere Welt…

Silke Schütze hat sich ihrem ersten historischen Roman vor allem dem Thema des Lehrerinnenzölibats gewidmet. Die Autorin gibt dem Leser das Gefühl, während der Lektüre alles hautnah mitzuerleben, die Trauer über den Verlust geliebter Menschen oder der nagende Hunger.

Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet, sie wirken lebendig, was ein Mitfühlen leicht macht. Der Schulleiter Frambosius ist selbstgefällig und war mir als einziger total unsympathisch, obwohl ich auch bei Paul ambivalente Gefühle hatte.

Die Lebensumstände haben mich teilweise gefesselt und das Nachwort fand ich sehr interessant.

Fazit: Einige Wendungen waren etwas vorhersehbar, manche Dinge haben mich irritiert und ein Handlungsstrang wurde nicht beantwortet. Es war aber ein schönes Leseerlebnis, das ich gerne weiterempfehle.

Daniela

Rezension – Luca Di Flavio – Der Junge, der Träume schenkte

*Werbung, aber selber gekauft *

Das Buch beginnt mit einer klassischen Einwanderergeschichte.

Später jedoch ist es eine wunderbare Erzählung über das Leben (mit Höhen und menschliche Abgründe), sowie über Hoffnung und Liebe.

Die junge Italienerin Cetta flieht mit ihrem Sohn und wandert nach Amerika aus.

Cettas Traum von einer besseren Zukunft für sich und ihr Kind, weicht schnell der Realität der Stadt New York Anfang der 20-er Jahre. Eine schlimme Zeit, in der es keine Rolle spielte aus welcher Sozialschicht man stammte.

Christmas (der, eigentlich Natale heißt) muss sich als Einwanderer Kind in Amerika durchbeißen. Am Ende gelingt es ihm doch noch alles, was sich seine Mutter Cetta für ihn erträumt hat.

„Der Junge, der Träume schenkte“ ist flüssig zu lesen, die Zeitsprünge störten meinen Lesefluss überhaupt nicht.

Es ist eine spannende, aber leider brutal realistische Geschichte. Obwohl ich wirklich nicht zartbesaitet bin, waren mir manche Gewaltszenen oder die teilweise anspruchslose Sprache doch zu viel…

Die Charaktere waren sehr gut beschrieben, vielschichtig und interessant, ebenso die Handlungsplätze. Manche Charaktere (Cetta und Sal) habe ich ins Herz geschlossen, andere wiederum habe ich verabscheut!

Fazit: Der Junge, der Träume schenkte” hat mich berührt, deswegen vergebe ich 3,5 Sterne.


Demnächst lese ich Di Flavios Buch „Als das Leben unser Träume fand“.

Literatur – Neuzugänge 3/2019

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Hallo liebe Blogbummler,

heute möchte ich euch meine Bücher-Neuzugänge im März zeigen. Statt Bastelsachen habe ich mir Bücher gekauft.

Viele davon habe ich schon gelesen oder bin mittendrin. Es sind anspruchsvolle aber auch leichte Lektüren dabei, ich mag die Mischung!

“Wir nannten es Freiheit” von Silke Schütze lese ich gerade in einer gemeinsamen Blogger Leserunde bei der lieben Dörte von Books and Family.

Demnächst erscheinen wieder tolle Bücher oder Fortsetzungen, da freue ich mich schon!

Schönen Sonntag und sonnige Grüße

Daniela

Rezension – Ulrike Sosnitza – Orangenblütenjahr

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Der Roman “Orangenblütenjahr” ist meine erste literarische Begegnung mit Ulrike Sosnitza, aber definitiv nicht die Letzte.

Nellys Mann stirbt unerwartet und es stellt sich heraus, dass er in den letzten Jahren ein Doppelleben geführt und ein Kind mit seiner Geliebten hatte. Die Geliebte stellt sich als Nellys beste Freundin Viola heraus.

Enttäuscht und verletzt startet die Apothekerin Cornelia, genannt Nelly, einen Neubeginn und zieht aus dem Odenwald nach München, wo sie schon mal in den jungen Jahren gelebt hat. Sie verkauft ihre Apotheke und arbeitet nun in der Münchner Apotheke ihrer Freundin Mona mit.

Nellys erwachsene Kinder sowie die Schwiegermutter haben Schwierigkeiten mit den vielen Änderungen im Leben ihrer Mutter, besonders die Tochter Elena. In München interessieren sich gleich drei Herren für Nelly. Ist diese aber für eine neue Beziehung bereit?

Meine Meinung:

Das Geschehen wird aus Nellys-Perspektive erzählt.

Der Schreibstil der Autorin ist einfühlsam und flüssig. Die Geschichte hat einen harmonischen Verlauf, enthält sowohl traurige als auch lustige Augenblicke.

Die Charaktere und Handlungsorte konnte ich mir bildhaft vorstellen.
Nelly ist mir stark und sehr sympathisch rübergekommen. Die Gefühle der Charaktere sind sehr authentisch beschrieben. Es gab liebenswerte Charaktere, die ich sofort mochte, wie z.B. Mona oder Nellys Nachbarn. Ganz ambivalente Gefühle hatte ich jedoch zu Nellys Tochter Elena, aber so ist es leider oft im Leben.

Das Cover ist ein echter Hingucker… so frisch und einladend! Man denkt gar nicht daran, dass ein emotionales Thema dahinterstecken könnte. Der Titel harmoniert perfekt dazu und die Orangenblüten ziehen sich inhaltlich durch das ganze Buch.

Die wunderschönen Zitate auf Annabelles Schiefertafel haben mir besonders gefallen und bereichern den Roman, wie z.B. „Optimismus ist die Fähigkeit, den blauen Himmel hinten den Wolken zu sehen.“ – Zitat Seite 50.

Ulrike Sosnitza ist ein feinfühliger und warmherziger Roman gelungen! Ich hatte sehr schöne Lesemomente damit und spreche gern eine Lese-Empfehlung aus.

Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar aus dem Heyne Verlag,
herzlichen Dank!
Dankeschön auch an Ulrike Sosnitza für Gabriels Apfelkuchenrezept, 
wird bestimmt nachgebacken 😉 

Wünsche euch ein schönes Wochenende und viel Zeit zum Lesen 😉

Daniela