Rezension – Ella Simon – Bis wir wieder fliegen

* Webung, Rezesionsexemplar *

Anne liebt ihre Arbeit und ihre Pflegemutter Evelyn, die den Pub ihres kleinen Heimatorts an der walisischen Küste führt.

Anne arbeitet als Notärztin bei der walisischen Flugrettung. Zusammen mit ihrer Freundin Leah, die Hubschrauberpilotin ist, und dem Rettungsassistenten Owen bildet sie beruflich ein Dreamteam, also ein eingespieltes Team. Owen zeigt sich privat aber abweisend und verschlossen. Anne ist verwundert.

Als Anne und Owen jedoch bei einem Einsatz verschüttet werden, lernt Anne eine neue Seite an Owen kennen und langsam entwickeln sich Gefühle zwischen den beiden. Owen muss sich aber seiner Vergangenheit stellen …

„… er musste so tun, als wäre nichts gewesen, als hätten sie keine gemeinsame Vergangenheit.“ – Zitat Seite 56

„Bis wir wieder fliegen“ war mein erster Roman der Autorin Ella Simon.

Der dramatische Prolog zog mich sofort in die Handlung ein, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Die Autorin erzählt spannend die Familiengeschichte rund um Anne, das Familiengeheimnis von Owen und nicht zuletzt die Geschichte rund um die ruhige Leah. Durch die Noteinsätze wird auch immer wieder für Spannung und Dramatik gesorgt.

Die meisten Charaktere sind authentisch gezeichnet, sie müssen Schicksalsschläge aufarbeiten und sich der Vergangenheit stellen.

Die Charaktere Anne und Owen haben in der Vergangenheit Schlimmes erlebt, ich konnte richtig mitfühlen. Aber auch die Nebencharaktere kommen in der Geschichte nicht zu kurz, sie fügen sich wunderbar in das Geschehen ein. Ich finde es gelungen, wie ihre Entwicklungen geschildert wurden, aber auch wie sich die Charaktere mit all ihren Facetten in ihren jeweiligen Lebenssituationen zurechtfinden.

Ella Simon hat einen lockeren und gefühlvollen Schreibstil, man kommt sehr gut in die Handlung hinein. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich die Noteinsätze, aber auch die walisische Landschaft ist anschaulich beschrieben.

Einzig und allein das Ende war mir leider zu glatt und vorhersehbar, trotzdem ist „Bis wir wieder fliegen“ eine gefühlvolle Geschichte über Vergebung und Liebe.
Ich hatte stimmungsvolle Momente und kann das Buch auf jeden Fall nur empfehlen!

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

Rezension – Lucinde Hutzenlaub – Pasta D´Amore

* Werbung, Rezesionsexemplar *

Die Sizilianerin Donna Lucia di Stefano ist bereits 93 Jahre alt und wäre froh wenn ihre gesamte Familie um sie versammelt wäre. Fast alle aus der großen Familie wohnen mit ihr auf dem Hof Fattoria Mimosa.

Ihre Urenkelin Aurelia Maria Bartolami ist Mathematiklehrerin und wohnt in Bologna. Aurelia ist ein Mathe-Genie, von Zahlen regelrecht fasziniert. Während sie eine große Familie hat, ist ihr Freundeskreis recht klein geraten.

Ihre Urgroßmutter Donna Lucia fasst einen Plan, um Aurelia nach Sizilien zu locken. Sie spielt Aurelia vor, sie würde im Sterben liegen. Dort angekommen, stellt sich heraus dass Donna Lucia bestens geht. Die Urgroßmutter besteht aber darauf, dass Aurelia noch vor ihrem Ableben unter die Haube kommt. Die Familienmitglieder übertrumpfen sich mit Vorschlägen, wen Aurelia heiraten könnte. Aurelia wird wie ein kleines Kind vor der ganzen Familie und dem Pfarrer vorgeführt. Aurelia macht der Familie deutlich, dass sie sich selber einen Ehemann sucht und zwar einen, der zu ihr passt.

Auf der Suche nach einem Ehemann beschäftigt sich Aurelia mit einigen Männern, auch mit dem Einen, der zu ihr passt 😉 und rechnet die Liebe aus einem Kreis und einem Quadrat …

Lucinde Hutzenlaub anschaulicher und flüssiger Schreibstil lässt die Lektüre des Buches zu einem entspannten Erlebnis werden. Man fühlt sich durch die Beschreibungen in diese Gegend versetzt, vor allem bei der Beschreibung der sizilianischen Landschaft und des Hofes Fattoria Mimosa.

Durch die Charaktere hat die Autorin italienische Sprichwörter perfekt gekonnt und herrlich erfrischend in die Handlung eingefügt.

Aurelia war mir von Anfang an sehr sympathisch, vor allem mit ihren Besonderheiten und Überlegungen. Donna Lucia wurde sehr gut in Szene gesetzt, als liebevolle und besorgte Urgroßmutter. Ihre Sprichwörter haben mich angesprochen:

„Meglio un giorno da leone che cento da pecora. Lieber ein Tag als Löwe als hundert als Schaf.“ – Zitat Seite 180

Die anderen Charaktere der Geschichte fand ich ausgesprochen gelungen und jeder war auf seine Art charmant und temperamentvoll.

„Pasta D´Amore – Liebe auf Sizilianisch“ hat mich auch über das Cover erreicht. Ich mag diese Bildsprache kombiniert mit der tollen Schriftart.

Für mich ist „Pasta D´Amore – Liebe auf Sizilianisch“ eine leichte, witzige und herzerweiternde Lektüre. Eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

Rezension – Beth O´Leary – Love to Share – Liebe ist die halbe Miete

*Werbung *

Das Buch ist gerade überall zu sehen… Eine Liebesgeschichte mit ein paar Turbulenzen klingt immer gut und der Klappentext machte mich neugierig.

In O’Learys Debütroman geht es um zwei Menschen, Tiffy und Leon, die aufgrund finanzieller Engpässe aufeinander angewiesen sind.

Leon arbeitet nur nachts in einen Hospiz. Er braucht Geld um seinen Bruder aus dem Gefängnis rausholen. Die Anwaltskosten sind sehr hoch und Leon gibt eine ungewöhnliche Wohnungsanzeige auf.

Nachdem Tiffy sich von ihrem Freund getrennt hat, sucht sie sich eine Wohnung in London. Die Suche erweist sich als schwierig, bis sie auf Leon´s Anzeige aufmerksam wird.

Leon und Tiffy begegnen sich zunächst überhaupt nicht. Die Vermietung und die erste Besichtigung laufen über Leons Freundin, weil er beruflich eingespannt ist. Fortan teilen sie sich Leon´s Wohnung und das Bett. Tiffy hat die Wohnung nachts für sich und Leon tagsüber, während Tiffy als Lektorin arbeitet.

In den ersten Monaten begegnen sie sich kein einziges Mal, sie kommunizieren nur über Post-it-Nachrichten, die sie sich in der Wohnung hinterlassen. Sie hinterlassen sich aber auch Kuchen oder gekochte Mahlzeiten. So erhalten sie einen tieferen Einblick in das Leben des jeweils anderen, als anfangs gedacht. Sie sind mehr als überrascht, als sie sich dann endlich gegenüber stehen …

Der letzte Satz:

” Ohne dich war es nie ein Zuhause, Tiffy.” – Zitat Seite 478

Die ungewöhnliche Idee des Romans mit der zeitlichen Teilung der Wohnung fand ich sehr interessant.

Die Autorin erzählt die Geschichte sowohl aus der Sicht von Tiffy als auch aus der Sicht von Leon. Dies wird umso authentischer, dass O´Leary sogar ihren Schreibstil den beiden Figuren anpasst. Tiffy redet/schreibt viel, ist eine sehr offene, flippige und exzentrische Person. Leon hingegen ist sehr ruhig und zurückhaltend, spricht nur das nötigste.

Die Erzählung ist amüsant und kurzweilig. Es hält einige Überraschungen bereit, die ich nicht erwartet habe. Allerdings muss ich sagen, dass mir etwas gefehlt hat, um mich richtig zu überzeugen.

Zahlreiche Nebenschauplätze waren zu viel auf einmal, um einen Handlungsstrang davon ernsthaft zu vertiefen. Die Handlung bleibt deswegen eher oberflächlich. Gut fand ich allerdings, dass auch ernste Themen (Krankheit, Stalking…) angesprochen wurden.

Alles in allem ist „Love to Share – Liebe ist die halbe Miete“ eine leichte Lektüre für den Sommerurlaub.

Für diese kurzweilige Unterhaltung vergebe ich 3 Sterne.

Rezension – Jana Voosen – Für immer die Deine

* Werbung, Rezesionsexemplar *

Gemeinde Jork im alten Land 1928. Ilse, Klara und Fritz spielten schon als Kinder immer zusammen. Bei einem Spiel flüstert Fritz so leise, dass Ilse es nicht mitbekam:
„Wenn ich groß bin, dann wirst du meine Frau. Versprochen.“ – Zitat Seite 14.

Altes Land 1939. Klara ist die Tochter des wohlhabenden Obstbauern Landahl und Fritz der Sohn des Pfarrers. Als die 17-jährige Klara ein Kind vom Fritz erwartet, müssen die beiden schnell heiraten. Klara bringt einen Jungen zur Welt. Ihr Glück scheint perfekt.

Der Zweite Weltkrieg bricht aus und Fritz bekommt am Tag seines neunzehnten Geburtstages den Einberufungsbefehl. Klara muss sich mit ihrem Sohn Paul in Hamburg durchschlagen. Sie sehnt sich nach dem Elternhof und würde gerne mit Paul zu ihren Eltern, auf dem Landahl-Hof, verreisen. Da Klara zum Reichsarbeitsdienst eingezogen wurde, kann sie nicht freigestellt werden. Schweren Herzens bringt sie ihren Sohn Paul zu den Großeltern und kehrt alleine nach Hamburg zurück. In ihrem Wohnhaus trifft sie auf den älteren Robert Wiechert, für den sie ab und zu Einkäufe tätigt. Der zurückgezogene Robert ist allerdings nicht der, für den er sich ausgibt. Klara muss sich entscheiden und diese Entscheidung verändert ihr Leben… Klara erlebt ein Gefühlswirrwarr, sie fühlt sich mit Fritz verbunden und wird zur stillen Heldin…

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und ich hatte überhaupt keine Probleme, mich in den verschiedenen Erzählsträngen einzufinden.

In der Gegenwart steht Marie im Mittelpunkt. Sie arbeitet als Journalistin für den Zeitgeist-Verlag und bei ihren Recherchen stößt sie auf einem Artikel über Klara und Fritz Hansen. Es beeindruckt sie, dass Klara und Fritz schon fast achtzig Jahre lang verheiratet sind und den Zweiten Weltkrieg gemeinsam überlebt haben. Marie lebt getrennt von ihrem Mann und hat eine Affäre mit einem Kollegen.

In der Vergangenheit habe ich mich sehr wohl gefühlt, weil sie authentisch und dicht in der Atmosphäre war. Die Lebensgeschichte, die Klara der Journalistin Marie erzählt, hat mich berührt. Wir erleben wie Klara und Fritz für ihre Liebe kämpfen. Die Liebe treibt sie an und lässt sie nicht aufgeben, trotz aller Grausamkeiten des Zweiten Weltkrieges.

Die Autorin hat ihre Charaktere liebevoll ins Leben gerufen und sympathische Protagonisten geschaffen. Ich konnte mich gleich in sie hineinversetzen, habe jedes Gefühl von ihnen förmlich spüren können, die Liebe, die Zerrissenheit und die Gefahr.

Jana Voosen´s Schreibstil ist fabelhaft, sie schafft eine Handlung, die zum Nachdenken anregt. Schon der Klappentext und das Cover haben mich sehr angesprochen.

„Für immer die Deine“ wird noch lange in mein Gedächtnis bleiben und ich kann es nur jedem empfehlen, der emotionale Romane mag.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

♥ Lieblingsroman ♥

Literatur – Neuzugänge 07/2019 Teil II

*Werbung *

Liebe Blogbummler,

heute möchte ich euch den zweiten Teil meiner Bücher-Neuzugänge im Juli zeigen, es sind so tolle Bücher dabei

Das Buch habe ich bereits gelesen und hier rezensiert.

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den HEYNE Verlag für das Rezensionsexemplar!

Wünsche Euch ein schönes Wochenende, seid lieb gegrüßt

Daniela