Neuzugänge 06/2019 und Lesung mit Heidi Rehn

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Die Stadtbücherei Hauzenberg lud gestern zu einer Lesung mit der Bestsellerautorin Heidi Rehn ein.

Der Innenhof des Hauzenberger Rathauses verwandelte sich zum siebten Mal zur Freiluft-Bühne für die Veranstaltung “Lesen im Hof” der Stadtbücherei. Die Lesung wurde musikalisch von Korbinian und Kilian Sicklinger umrahmt.

Obwohl ich von Heidi Rehn bislang noch nichts gelesen hatte (und wir von ihr auch kein Buch in unsere Bücherei hatten), weckte “ Das Lichtspielhaus – Zeit der Entscheidung” mein Interesse.

Leider konnte mich niemand aus meinem Büchereiteam nach Hauzenberg begleiten, so dass ich die Lesung alleine besuchte. Es ist immer wieder schön, bekannte und neue Gesichter zu sehen, aber auch ideal um sich mit Gleichgesinnte über Bücher und die Welt auszutauschen.

Trotz sommerlicher Höchsttemperaturen, sorgten ein schattiger Innenhof und manchmal ein frisches Lüftchen für die optimale Stimmung. Zudem lag auf jedem Stuhl einen Fächer für die Zuhörer bereit… was ich toll fand!

Heidi Rehn hatte ihren aktuellen Roman » Das Lichtspielhaus – Zeit der Entscheidung « für uns im Gepäck.

Die Autorin hat eine sehr schöne Lesestimme, beim Lesen schlüpft sie regelrecht in die Figuren ihrer Protagonisten, sie versteht es die Zuhörer mit ihren Erzählungen zu fesseln.

So begaben wir uns auf eine literarische Reise in das München der 1920 Jahre.

Zudem gab die Autorin einen detaillierten Einblick über die Münchener Lichtspielhäuser und Kinogeschichten, was ich sehr informativ und spannend fand.

Die liebe Heidi Rehn nahm sich für alle viel Zeit, um die gekauften Bücher zu signieren, wobei es auch zu schönen Gesprächen kam.

Leider war der Abend viel zu schnell vorüber gewesen… aber die Lesung war ein echtes Highlight! Es war mir eine Freude, die sympathische Heidi Rehn persönlich kennenzulernen!

Vielleicht klappt es Mal und ich kann Heidi Rehn auf ihren Streifzug durch München begleiten …

Diese Bücher habe ich mir bei der Lesung gekauft:

Rezensionen folgen 😉

Bei mir sind noch mehr Bücher eingezogen:

Danke an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Ein Geburtstagsgeschenk von einer Büchereikollegin. Danke, liebe Marion!

Dieses Buch habe ich mir in Emden gekauft, in der Pfingsferien war ich an der Nordsee und habe dat Otto-Huus besucht … und den Otto-Leuchtturm, eigentlich den Pilsumer Leuchtturm 😉

Einige Bücher habe ich mir noch vorbestellt… Bücher und Taschen kann ich nie genug haben!

Danke fürs Vorbeischauen, sende Euch sonnige Grüße

Daniela

Rezension – Nicoletta Giampietro – Niemand weiß, dass du hier bist

* Werbung, aber selber gekauft*

1942-1944. Der 12-jährige Lorenzo aus der italienischen Kolonie Libyen wird von seiner Mutter zu Tante Chiara und dem Großvater ins toskanische Siena gebracht, weil sein Vater an der Front in der Sahara geschickt wird. Lorenzo soll in Siena das Ende des Krieges in Sicherheit abwarten.

Er freundet sich mit Franco an, dem Sohn des benachbarten Ladeninhabers. Zusammen mit Franco verinnerlicht Lorenzo die Ideale des Faschismus und sie treten in die faschistische Jugendorganisation ein. Seine Tante Chiara dagegen lehnt das System völlig ab. Nebenbei lernt Lorenzo den Jungen Daniele Neri kennen und sie werden Freunde.

Nach dem Sturz Mussolinis werden die Deutschen zu Besatzern in Italien und beginnen die italienischen Juden abzutransportieren.

Als Lorenzo herausfindet, dass Daniele Jude ist, beginnt er, seine Einstellung zu überdenken. Lorenzo beschließt Daniele in seinem Dachstübchen zu verstecken. Er schafft es, Daniele sieben Monate lang mit Essen zu versorgen…

Nicoletta Giampietro legt ein vielversprechendes Debüt hin, der Leser wird in die entsprechende Zeit versetzt.

Die Autorin hat eine sehr gute Hintergrundrecherche betrieben, wie man im Nachwort lesen kann.

Der einfühlsame Erzählstil lässt den Leser die Gefühlswelt der Protagonisten hautnah miterleben. Die Protagonisten sind sehr detailliert in Szene gesetzt worden, der Leser kann mit ihnen fühlen, hoffen und bangen.

Lorenzo ist ein 12-jähriger Junge, der eigentlich seine Kindheit genießen sollte. Er muss Entscheidungen treffen, die eigentlich nicht für ein Kind in seinem Alter sind und beweist Mut und Tapferkeit.

Natürlich gibt es auch andere erwähnenswerte Charaktere, die in solche Zeiten Menschlichkeit aufweisen: Die Nachbarin, der deutsche Offizier, der Pfarrer …

Die Autorin lässt uns daran teilhaben, was aus den Beteiligten geworden ist. Das Ende ist sehr emotional, da konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten…

Der Blick in die menschliche Seele macht dieses Buch lesenswert und jeder sollte es mal gelesen haben!

Von mir eine klare Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne!

♥ Lieblingsroman ♥

Rezension – Lilli Beck – Mehr als tausend Worte

*Werbung, aber selber gekauft *

Dieses Buch habe ich in einer Leserunde bei der lieben Martina gelesen.

Ich greife gerne zu historischen Büchern, die in den Jahren der Weltkriege spielen. Dieses Thema und die Schicksale sollen nicht in Vergessenheit geraten! Obwohl ich von Lilli Beck bislang noch nichts gelesen hatte, weckte “Mehr als tausend Worte” mein Interesse.

Die Handlung beginnt sehr spannend, mit der Reichsprogromnacht am 9.November 1938. Mitten in der Nacht klopft es an der Tür der Landaus und Alizas Großvater wird von der Gestapo abgeholt. Dadurch ist die ganze Familie in Aufruhr und dennoch will Alizas Vater nicht mit der Familie das Land verlassen. Einzig Aliza soll ihre Familie verlassen und nach England reisen. Sie lässt ihre große Liebe Fabian in Berlin zurück. Sie lieben sich und haben Hoffnung, eines Tages heiraten zu können.

Alizas Vater erträgt tapfer alle Demütigungen und auch die Tatsache dass er als Arzt zuerst nur noch jüdische Patienten und später gar nicht mehr praktizieren darf. Blockwart Karoschke, der mit seiner Familie im Haus der Landaus zur Miete wohnt, verspricht, die Familie zu schützen. Er tut es aber nicht aus Nächstenliebe sondern aus Profitgier.

Mit einem Kindertransport reist Aliza nach England und wird in London von einer jüdischen Familie aufgenommen. Dort lernt sie Mizzi kennen, die ebenfalls aus Deutschland geflohen ist. Die beiden werden Freundinnen. Sie haben es nicht besonders leicht, in England werden sie als Deutsche beschimpft und in Deutschland wurden sie als Jüdinnen verfolgt.

Ob am Ende Aliza doch noch mit Fabian glücklich wird … müsst ihr selber lesen 😉

Der historische Hintergrund des Romans ist sehr gut recherchiert. Die Geschichte ist meistens fesselnd und bewegend.

Im letzten Abschnitt dreht sich die Geschichte sehr, damit wirkt das Ende ziemlich konstruiert und unglaubwürdig.

Der Schreibstil von Lilli Beck ist flüssig und bildreich erzählt. Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet. Manche Charaktere waren mir sehr unsympathisch, wie Karoschke, seine Familie oder der Pastor Grant. Bei Mizzi hatte ich ambivalente Gefühle.

Der Erzählstrang in Berlin tritt sehr in den Hintergrund, als Aliza nach England kommt. Über Fabian und seine Familie hätte ich gerne mehr erfahren.

Bewegt haben mich Schilderungen der Kindertransporte, aber auch die Beschreibungen des zerbombten Berlins.

„Mehr als tausend Worte“ von Lilli Beck ist ein lesenswertes Buch und ich spreche gerne eine Leseempfehlung aus.

Von mir bekommt der Roman 4 Sterne.

Literatur – Neuzugänge 04-05/19

*Werbung, aber teilweise selber gekauft*

Hallo liebe Blogleser,

na, bei mir war es in den letzten Wochen ein bissl stiller als sonst, aber ich hatte viel zu tun. Natürlich habe ich mir aber Zeit zum Lesen genommen, auch wenn ich mit Rezensionen hinterher hänge …

Heute möchte ich euch meine Bücher-Neuzugänge im April und Mai zeigen.

Einige davon werde ich an die Gemeindebücherei (praktisch, da ich die Büchereileitung bin) spenden.

Mehr als Tausend Worte von Lilli Beck las ich in einer gemeinsamen Blogger Leserunde bei der lieben Martina von Martina´s Buchwelten.

Meine Rezension folgt 😉

Kinderbücher sind bei uns auch eingezogen.

Das Buch “Hetty, Flattermaus fliegt hoch hinaus” ist ein Leseexemplar von cbj Verlag (herzlichen Dank dafür).


Neuerscheinungen im Juni

Diese Bücher stehen auf meiner Wunschliste …

Kristin Hannah – Die Dinge, die wir aus Liebe tun  – Aufbau Verlag

Dinah Jefferies – Die Saphirtochter – Bastei Lübbe Verlag

Marie Lamballe Café Engel – Bastei Lübbe Verlag

Gabriel Katz – Der Klavierspieler vom Gare du Nord – S. Fischer Verlag

Barbara Pym – Vortreffliche Frauen – Dumont Verlag

Cristina Caboni – Die Seidentöchter – Blanvalet Verlag


Wünsche euch einen schönen Feiertag, seid ganz lieb gegrüßt

Daniela

Rezension – Luca Di Fulvio – Als das Leben unsere Träume fand

* Werbung, aber selber gekauft *

1913 haben sich drei jungen Menschen auf dem Weg nach Buenos Aires gemacht, um hier ein besseres Leben zu finden.

Rosetta flieht aus ihrem Dorf in Sizilien vor einem psychopatischen und skrupellosen Baron. Rocco weigert sich in Palermo für die Mafia zu arbeiten. Raquel kommt aus Russland und hofft in Argentinien in reichen Haushalten eine Anstellung zu bekommen.

„… das ist die neue Welt. Eine Welt die die Knoten mit der Vergangenheit löst. Ob sich dann andere bilden werden, wissen wir nicht. „ – Zitat Seite 759.

Luca Di Fulvio hat hier eine spannende Handlung entworfen, die mich auch nach dem Lesen nachdenklich zurückgelassen hat. Der Autor zeigt anhand der Hauptcharaktere, wie Missbrauch von Macht, Prostitution und Brutalität sich auf die Menschen und ihre Träume auswirkt. Diese Thematiken beeinflussen auch die Sprache.

Luca Di Fulvios Schreibstil ist flüssig, bildhaft und sehr spannend. Die Charaktere sind stark und authentisch, am sympathischsten fand ich allerdings Rocco.

Das Thema der Emigration nach Argentinien im 19. und 20. Jahrhundert fand ich interessant, ebenso die Informationen über die Sociedad Israelita de Socorros Mutuos Varsovia, seit 1929 bekannt als Zwi Migdal.

Da ich vorher ‘Der Junge, der Träume schenkte’ gelesen habe, fielen mir einige Parallelen auf. Dennoch ist ,,Als das Leben unsere Träume fand” eine schöne, spannende aber bedrückende Geschichte, die zum Glück gut ausgeht.

Ich empfehle es gerne weiter und vergebe 4 Sterne.