Rezension – Nicoletta Giampietro – Niemand weiß, dass du hier bist

* Werbung, aber selber gekauft*

1942-1944. Der 12-jährige Lorenzo aus der italienischen Kolonie Libyen wird von seiner Mutter zu Tante Chiara und dem Großvater ins toskanische Siena gebracht, weil sein Vater an der Front in der Sahara geschickt wird. Lorenzo soll in Siena das Ende des Krieges in Sicherheit abwarten.

Er freundet sich mit Franco an, dem Sohn des benachbarten Ladeninhabers. Zusammen mit Franco verinnerlicht Lorenzo die Ideale des Faschismus und sie treten in die faschistische Jugendorganisation ein. Seine Tante Chiara dagegen lehnt das System völlig ab. Nebenbei lernt Lorenzo den Jungen Daniele Neri kennen und sie werden Freunde.

Nach dem Sturz Mussolinis werden die Deutschen zu Besatzern in Italien und beginnen die italienischen Juden abzutransportieren.

Als Lorenzo herausfindet, dass Daniele Jude ist, beginnt er, seine Einstellung zu überdenken. Lorenzo beschließt Daniele in seinem Dachstübchen zu verstecken. Er schafft es, Daniele sieben Monate lang mit Essen zu versorgen…

Nicoletta Giampietro legt ein vielversprechendes Debüt hin, der Leser wird in die entsprechende Zeit versetzt.

Die Autorin hat eine sehr gute Hintergrundrecherche betrieben, wie man im Nachwort lesen kann.

Der einfühlsame Erzählstil lässt den Leser die Gefühlswelt der Protagonisten hautnah miterleben. Die Protagonisten sind sehr detailliert in Szene gesetzt worden, der Leser kann mit ihnen fühlen, hoffen und bangen.

Lorenzo ist ein 12-jähriger Junge, der eigentlich seine Kindheit genießen sollte. Er muss Entscheidungen treffen, die eigentlich nicht für ein Kind in seinem Alter sind und beweist Mut und Tapferkeit.

Natürlich gibt es auch andere erwähnenswerte Charaktere, die in solche Zeiten Menschlichkeit aufweisen: Die Nachbarin, der deutsche Offizier, der Pfarrer …

Die Autorin lässt uns daran teilhaben, was aus den Beteiligten geworden ist. Das Ende ist sehr emotional, da konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten…

Der Blick in die menschliche Seele macht dieses Buch lesenswert und jeder sollte es mal gelesen haben!

Von mir eine klare Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne!

♥ Lieblingsroman ♥

2 Kommentare

  1. Danke für diese ausführlichen Rezensionen. In den letzten Jahren kamen solche Bücher bei mir auch auf die Leseliste und diese beiden werden ich auf alle Fälle dazu packen.
    Gern möchte ich Dir auch ein Buch empfehlen, welches mich besonders dahingehend beeindruckt hat, wie unterschiedlich die Menschen mit dem Krieg und seinen Folgen umgehen und wie sich plötzlich ihr wahrer Charakter zeigt.
    Irène Némirovsky “Suite francaise”. Irène Némirovsky wurde von den Deutschen in Auschwitz ermordet, ihre Tochter fand das Manuskript zu diesem Buch und hat es posthum veröffentlicht.
    LG Gundi

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